Trockenfutter

Trockenfutter ist eine der beliebtesten Fütterungsarten für Hunde. Es ist einfach zu dosieren, günstig, und lange haltbar. Allein in 2016 wurde Trockenfutter für 427 Millionen € verkauft. Mittlerweile gibt es über 200 Hersteller von Trockenfutter für Hunde.

Wie wird Trockenfutter hergestellt?

Trockenfutter wird weitläufig im Extrusionsverfahren hergestellt. Hierfür werden Zutaten wie tierische Bestandteile, Hefe, Gemüse, MIneralien und mehr verwendet. Diese Zutaten werden im Extruder bearbeitet. Der Extruder ist eine Maschine, welche die Zutaten gemischt, erhitzt, und dann durch Druck zu Pellets verarbeitet. Es werden Temperaturen bis 120 °C erreicht. Die Hitze während dieses Prozesses sorgt dafür, dass die langen, schwer verdaulichen Ketten in den Lebensmitteln aufgeschlossen werden. So wird das Trockenfutter für den Hund leicht verdaulich. Zudem werden viele Bestandteile aufgeschlossen und stehen dem Hund so zur Verfügung.

Hier ein Beispiel für die Funktion eine Extruders. Dieses Video zeigt die Herstellung von Fischfutter-Pellets. Das Prinzip der Maschine ist jedoch das selbe, wie bei der Hundefutter-Herstellung.

Was ist kaltgepresstes Trockenfutter?

Neben der Produktion mit dem Extruder gibt es auch noch das sogenannte Kaltpressen. Bei der Produktion von kaltgepresstem Trockenfutter für Hunde werden alle Zutaten getrocknet, gemachlen und gemischt. Diese Mischung wird in eine große Trommel geleitet. In der Wand dieser Trommel sind Löcher, durch die die Masse gedrückt wird. Durch den hohen Druck, der dabei wirkt, entstehen so Pellets. Dabei werden nur etwa Temperaturen von 80 °C erricht, im Gegensatz zu den etwa 120 °C im Extruder. Dadurch wird Energie gespart und das Futter wird günstiger. Allerdings werden dadurch auch nicht alle Bestandteile erschlossen und der Hund bekommt weniger Nährstoffe.

Was ist im Trockenfutter drin?

Die Inhaltsstoffe des Futters sind je nach Hersteller und sogar je nach Art des Futters unterschiedlich. Dennoch sollten alle Inhaltsstoffe auf der Packung des jeweiligen Futters zu finden sein. Verpflichtet sind die Hersteller, die Werte der Weender Futteranalyse preiszugeben. Diese gibt die Werte von Rohprotein, Rohfett, Rohasche und Rohfaser. Zudem muss bei Futtermitteln mit einem Feuchtigkeitsgehalt von über 14 % – also Feuchtfutter – der Feuchtegehalt angegeben werden.

Trockenfutter

Rohprotein

Der Begriff „Rohprotein“ bezeichnet alles, was ein Protein ist oder Verbindungen erhält, die Teil eines Proteins sein können. Proteine sind zusammengesetzt aus Aminosäuren, welche Stickstoff enthalten. Um den Rohproteingehalt zu messen, wird also der Gehalt an Verbindungen, die Stickstoff enthalten, analysiert.

Der Rohprotein-Wert sagt etwas über den Proteingehalt bzw. den Gehalt an Bausteinen für Proteine aus. Dieser sagt jedoch nichts über die Quellen und Arten der Proteine aus. So kann ein Futter zwar einen hohen Rohproteingehalt haben. Dies bedeutet jedoch nicht gleich, dass die enthaltenen Proteine gut verdaulich und somit nützlich für den Hund sind.

Rohfett

Der Rohfett-Wert bezeichnet den Anteil aller Fette und Öle, sowie fettähnlicher Stoffe im Hundefutter. Fett ist besonders als Energieträger wichtig. Neben der Verwertung zur Energiegewinnung hat Fett aber auch andere Vorteile. Erstens werden mit fetten und Ölen essentielle Fettsäuren geliefert. Fettsäuren sind Bausteine von Fett. Essentielle fettsäuren sind Fettsäuren, die der Hund zum Überleben braucht, aber nicht selbst produzieren kann. Zweitens sind einige Vitamine fettlöslich und können so nur über Fette und Öle in den Körper gelangen.

Um eine ausreichende Versorgung mit essentiellen Fettsäuren und Vitaminen zu gewährleisten, sollte der Rohfettgehalt mindestens 5 % betragen. Darüber hinaus gilt, dass je höher der Rohfettanteil ist, desto höher ist der Energiegehalt des Futters.

Rohasche

Bei der Weender Analyse wird das Futter bei einem der Testschritte auf 550 °C erhitzt. Dabei verbrennen die meisten Stoffe. Das, was über bleibt, wird als Rohasche bezeichnet. Hier drin befinden sich Mineralstoffe (z.B. Kalium, Magnesium), Spurenelemente und Sand. Ein gewisser Anteil an Rohasche ist unabdingbar, um den Mineralstoffbedarf des Hundes zu decken. Bei einem zu hohen Anteil an Rohasche jedoch sinkt der Energiegehalt des Futters. Zudem belasten einige der Bestandteile von Rohasche in zu hohen Mengen die Nieren des Hundes.

Rohfaser

Als Rohfaser werden die nicht verdaulichen Bestandteile des Hundefutters bezeichnet. Ein Beispiel dafür ist die Zellulose. Dies ist der Stoff, aus dem Pflanzen zu einem großen Teil bestehen. Ähnlich wie wir Menschen, können auch Hunde diesen nicht zersetzen. Ein gewisser Anteil an Rohfaser ist dennoch gut, da dadurch die Verdauung gefördert wird. Dies ist zum beispiel einer der gründe, warum Hunde bei Verdauungsproblemen Gras fressen. Gras enthält viel Cellulose, welche der Hund nicht verdauen kann. Dieser bestandteil hilft jedoch, die Verdauung anzukurbeln.

Inhaltsstoff Empfehlung
Rohprotein

Rohfett

Rohasche

Rohfaser

mindestens 18 %

mindestens 5 %

höchstens 10 %

mindestens 1 %

Gibt es getreidefreies Trockenfutter?

Ja, für Hunde gibt es jede Menge getredefreies Trockenfutter. Aber warum eigentlich? Getreide besteht größtenteils aus Stärke. Stärke ist nichts anderes, als ein langkettiger Zucker. Es ist die Art, wie die meisten Pflanzen ihre Energie speichern. Hunde können, im gegensatz zu Wölfen, Stärke verdauen. Während Wölfen das Enzym zur Spaltung von Stärke noch fehlt, haben Hunde im Zuge der Domestikation durch Mutationen die Fähigkeit gewonnen, Stärke zu zersetzen. Daran liegt es also nicht, dass es gereidefreies Futter gibt.

Stattdessen gibt es 2 andere Gründe für dieses Angebot:

  1. Ein geringer Anteil an Hunden ist tatsächlich betroffen von Zöliakie. Dies ist eine Unverträglichkeit des in Getreide vorhandenen Glutens, eines natürlichen Klebstoffes. Der Darm dieser Hunde wird stark gereizt, wenn sich Getreide im Futter befindet.
  2. Die Stärke im Getreide wird schnell zu Einfachzuckern zersetzt. Dabei wird viel Energie freigesetzt. Dies kann Folegn auf das Gewicht des Hundes haben und Zahnstein fördern.

Was ist Trockenfutter für allergische Hunde?

Für Hunde mit Futtermittelalergien oder Futtermittelunverträglichkeiten gibt es hypoallergenes Futter. Hypoallergenes Futter ist meistens Futter, in dem nur wenige Eiweißquellen drin sind. Dies ist nötig, um die Gefahr einer allergischen Reaktion zu mindern. Bei hypoallergenen Futtern müssen zudem die Eiweißquellen angegeben sein. So kann der Hundebesitzer das Futter aussuchen, welches für seinen Liebling geeignet ist. Das kann jedoch natürlich auch „ganz normales“ Futter sein, solange es nicht Eiweiße aus der Quelle enthält gegen die der Hund allergisch ist. Ist ein Hund zum Beispiel gegen Futter mit Kaninchen als Eiweißquelle allergisch, muss er nicht direkt hypoallergenes Futter bekommen. Es reicht, ihm ein Futter ohne Kaninchen-Eiweiße zu füttern.

Einige Hunde sind jedoch extrem anfällig oder haben eine sehr schwere und breit angelegte Allergie. Für diese gibt es ein besonderes Futter. Bei diesem Futter werden die enthaltenen Eiweiße hydrolysiert, also schon vorher in ihre Bestandteile zerlegt. Selbst falls ein Eiweiß im Futter ist, auf das der Hund eigentlich allergisch ist, reagiert er nicht mehr auf dieses, da es nur noch in seinen einzelnen Bestandteilen vorhanden ist.

Wie viel Trockenfutter braucht mein Hund?

Trockenfutter

Generell lohnt es sich immer, einen Blick auf die Packung des Trockenfutters zu werfen. Dort steht, wie viel ein Hund am Tag essen sollte, um seinen Energiebedarf und auch seinen Bedarf and Vitaminen und anderen Nährstoffen zu decken. Diese empfohlene Futtermenge sollte jedoch angepasst werden. Ist der Hund sehr aktiv und vielleicht sogar beruflich eingespannt? So braucht er mit Sicherheit mehr als die empfohlene Tagesdosis. Ist der Hund kastriert? So wird er wahrscheinlich mit weniger als der empfohlenen Dosis auskommen.

Doch nicht nur diese Faktoren, auch die Rasse und das Alter des Hundes haben einen EInflus auf den bedarf des Hundes. Wir empfehlen daher, die Futtermenge langsam anzupassen und das Gewicht des Hundes dabei regelmäßig zu kontrollieren. Bei stark abweisenden Futtermengen sollte zudem die Versorgung mit den nötigen Spurenelementen gegeben sein. Dies kann in Absprache mit einem Tierarzt am besten kontrolliert werden.

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