Grasmilben beim Hund

– Definition, Symptome, Behandlung und Vorbeugung

Deinen Vierbeiner juckt es und er kratzt und beißt sich immer wieder an denselben Stellen? Oder kann man vielleicht auch die eine oder andere kahle Stelle im Fell erkennen? Daran sind nicht – wie Viele zunächst vermuten mögen – immer Flöhe oder Zecken schuld. Auch die Larven der sogenannten Herbstgrasmilbe könnten Deinen Hund befallen haben, was bei diesem zu heftigem Juckreiz führen kann.

Von Mai – je nach Witterung manchmal auch schon ab April – bis in den Oktober hinein können sich die Störenfriede zu einer richtigen Plage entwickeln und Deinen tierischen Freund massiv ärgern. Was genau sind aber eigentlich Grasmilben und was kann man gegen diese Plagegeister tun?

Milben gehören neben Zecken und Flöhen zu den Ungeziefern, von denen Hunde gelegentlich heimgesucht werden.

Dass die Schädlinge unangenehmes Jucken auslösen, ist eigentlich schon schlimm genug. Darüber hinaus können Sie aber auch Entzündungen auf der Haut hervorrufen.

Zu den Milben, von denen Hunde am häufigsten befallen werden, sind die Grasmilben. Die Larven dieser Spinnentiere sitzen auf Wiesen in Feld und Flur, aber auch und im heimischen Garten auf Pflanzen in Bodennähe.

Wenn nun Katzen oder Hunde die Pflanzen streifen, setzen sich diese winzig kleinen, gelblich bis orange gefärbten Larven auf sie, bohren mit ihren Mundwerkzeugen in die Haut des Wirtstieres hinein und saugen dessen Blut. Selbst der Mensch ist vor einem direkten Befall durch dieses Ungeziefer, das auch als Herbstgrasmilbe bezeichnet wird, sicher. Besonders bei Kindern ist ein Befall natürlich sehr unangenehm.

Allerdings können sich Menschen nicht bei Ihrem Hund oder ihrer Katze anstecken, denn eine Übertragung von Tier zu Tier erfolgt bei Grasmilbenbefall nicht, erläutert die Europäische Fachgruppe zu Parasiten bei Tieren (ESCAPP) in einem Leitfaden. Auch von Tier zu Mensch werden die Larven nicht direkt übertragen.

Ob Dein Hund betroffen ist, erkennst Du daran, dass er sich ständig kratzt, seine Haut gerötet ist und das Fell an den von Milbenbefall betroffenen Stellen ausfällt. Die Grasmilben nisten sich am häufigsten an Körperstellen ein, die mit dem Boden in Kontakt kommen, also den Pfoten, den Beinen, dem Bauch, der Brust und auch am Kopf. Sogar die Gehörgänge und die Nasenhöhlen, werden von ihnen befallen.

Was sind Grasmilben?

Die lateinische Bezeichnung für die Herbstgrasmilbe lautet „Neotrombicula autumnalis“. Sie gehört zu den Spinnentieren und lebt als ausgewachsene Laufmilbe im Boden oder in Bodennähe in fauligen Pflanzen. Sie selbst ist als ausgewachsene Milbe quasi Vegetarier, und somit weder für Deinen Hund noch für Dich als Mensch ein Problem, allerdings benötigen die Larven während der Wachstumsphase ein Säugetier, an dem sie sich festsaugen und von dessen Lymphe sie sich ernähren können.

Nachdem die Larve sich mit Lymphen und Zellsäften versorgt hat und innerhalb von drei bis vier Tagen zur Grasmilbe herangewachsen ist, fällt sie alleine wieder von ihrem unfreiwilligen Versorger ab.

Nachdem die Grasmilben-Eier in Bodennähe, – zum Beispiel im Gras oder auf Pflanzen – abgelegt wurden, schlüpfen nach etwa vier Wochen die winzigen, bis zu 0,3 Millimeter kleinen Larven – in unseren Breiten primär von Mai bis etwa Mitte Oktober.

Nach dem Schlüpfen begeben sie sich sogleich auf Nahrungssuche. Die Plagegeister lieben feuchtwarmes Klima und eine niedrige Vegetation. Sie wandern gerne an Grashalmen hinauf oder lassen sich auf Wiesen und in Wäldern auf Moospolstern nieder. Dort warten sie, bis ein Tier oder ein Mensch nahe genug vorbei kommt, um sich auf diesem einzunisten. Außer Hunden und Katzen werden auch andere Tiere von Grasmilbenlarven befallen. Hierzu gehören unter anderem auch Mäuse, Schafe oder Pferde.

Wenn Dein Hund durch Gras streift, auf dem sich eine der sechsbeinigen Larven befindet, lässt sich diese auf ihn fallen, um sich an einer möglichst dünnen Hautstelle festzubeißen. Aus diesem Grunde sind die Augenlider, die Zwischenräume der Pfoten, die Schwanzwurzel, der Bauch und auch die Leistengegend besonders gefährdete Körperbereiche. Die Larve der Herbstgrasmilbe ritzt die dünne Haut Deines Hundes auf und gibt ein Sekret ab, durch das sich das Gewebe löst.

Warum sollte ich Herbstgrasmilben beim Hund bekämpfen?

Der unangenehme Juckreiz bei Deinem geliebten Vierbeiner wird durch ein Speichelsekret, das die Larve der Herbstgrasmilbe durch die eingeritzte Haut bzw. die Stiche absondert, verursacht.

Interessant zu wissen ist, dass nicht alle Hunde Probleme mit den Schädlingen. Manche Tiere verspüren keinen oder kaum Juckreiz, obwohl sich auch bei ihnen die Larven eingenistet haben. In einem solchen Fall haben hat Dein Vierbeiner – und somit auch Du – wirklich Glück gehabt.

Falls Dein Hund nicht vom Juckreiz verschont wird, kann es sein, dass er sich unter Umständen blutig beißt oder leckt. Unter diesen Umständen ist die Gefahr groß, dass unangenehme, bakteriell verursachte Entzündungen oder Hautpilzinfektiallergiejuckreizonen, die durch die winzigen Verletzungen der Haut begünstigt werden, auftreten. Dies kann sogar dazu führen, dass eine Behandlung mit Antibiotika notwendig wird, was allerdings eine Belastung der Darmflora und des Immunsystems Deines Hundes zur Folge hat.

Auf welche Weise sollte ich meinen Hund behandeln, wenn er aktiv von Grasmilbenlarven befallen ist?

Trotz aller negativen Aspekte eines Befalls mit den kleinen Plagegeistern gibt es bei der Sache auch ein paar gute Nachrichten:

Erstens sind die zwischen dem frühen Sommer und etwa Mitte Oktober auftretenden Herbstgrasmilben Grundsätzlich harmlos – im Gegensatz zu anderen Parasiten übertragen sie keine Krankheiten und vermehren sich nicht auf den Wirtstieren, wie es beispielsweise Flöhe tun. Und anders als diese verschwinden die Larven der Herbstgrasmilben nach einiger Zeit wieder von ganz allein.

Aus diesem Grunde müssen Hunde, die keine Probleme mit den Milbenlarven haben, keiner weiteren Behandlung unterzogen zu werden. Aktiv werden musst Du aber natürlich dann, wenn Dein tiereischer Freund unter Juckreiz leidet und sich kratzt, leckt oder sogar beißt.

Allerdings gibt es ein paar Möglichkeiten, dem Problem wirksam entgegen zu treten:

  • Wenn Du mit Deinem Hund einen Spaziergang gemacht hast, dann spüle ihn gründlich mit lauwarmem Wasser und Antiparasiten-Shampoo ab, um auf diese Weise die Larven zu beseitigen. Diese kleine Maßnahme könnte schon ausreichend sein.
  • Falls nur die Pfoten Deines Vierbeiners betroffen sind, ist häufig nur ein kurzes Fußbad nötig, wobei man dabei tunlichst die Zehenzwischenräume nicht vergessen sollte. Anschließend kann eine Behandlung mit einer Juckreiz stillenden und gegebenenfalls entzündungshemmenden Salbe gute Dienste leisten. Beides bekommst Du im Fachhandel oder beim Tierarzt.
  • Laut Sabine Schüller, der Geschäftsführerin des Bundesverbands für Tiergesundheit in Bonn, ist hingegen keines der zugelassenen Zecken- oder Milbenmittel auch zur Behandlung von Grasmilben zugelassen.

Hausmittel gegen Grasmilben

Zu den Hausmitteln gegen Grasmilben zählen das Abreiben mit verdünntem Alkohol (70 Prozent), Apfelessig und Niemöl (andere Schreibweise: Neemöl). Durch das Öl gerät der Hormonhaushalt der Larve aus dem Gleichgewicht und sie lässt von ihrem Opfer ab. Achte darauf, dass das Niemöl (Neemöl) auf rein pflanzlicher Basis ist und keine Zusatzstoffe enthält.

Auch Geranien- und auch Kokosöl eignet sich zur Abwehr der Plagegeister, denn diese Öle sind reich an Laurinsäure und von Geruch der Laurinsäure fühlen sich die Spinnentiere instinktiv abgestoßen, da die Säure ihr Atmungssystem verstopft.

Die genannten pflanzlichen Öle solltest Du aber nur sehr sparsam und nur bei Bedarf einsetzen. Auch wenn es sich um alte Hausmittel auf Naturbasis handelt, können sie auf der Haut des Hundes manchmal Irritationen auslösen. Zudem können durch das Öl organische Schäden, wie beispielsweise an der Leber, hervorgerufen werden. Du solltest also mit Bedacht und Vorsicht mit den Ölen umgehen, insbesondere im Augenbereich.

Im Falle stark entzündeter Hautpartien als allergische Reaktion auf den Speichel der Parasiten, und auch, weil in diesem Falle vielleicht eine bakterielle Infektion vorliegt, solltest Du ohnehin einen Tierarzt konsultieren.

Dies ist auch deshalb sehr wichtig, weil sich die entzündeten Stellen ausweiten oder weitere Komplikationen hervorrufen können. Der Arzt kann auch zweifelsfrei feststellen, ob Dein Hund von einem Befall von Grasmilbenlarven betroffen ist, oder ob es sich doch etwas anderes, wie zum Beispiel eine Allergie, handelt. Dementsprechend wird er eine geeignete Behandlung einleiten. Damit die entzündete Stelle abtrocknet, kann eine kleine Socke helfen, die man um die juckende oder nässende Pfote wickelt.Wenn Dein Hund von Grasmilbenlarven befallen wurde, solltest Du unbedingt alle Decken, Kissen und Hundekörbchen, mit denen er in Kontakt gekommen ist, reinigen, weil sich der Befall sonst ausbreiten kann.

Habe ich in meinem eigenen Garten Herbstgrasmilben?

Wenn Dein Vierbeiner sehr gerne in Deinem Garten umhertobt, macht es Sinn, den Rasen zu inspizieren und auf Herbstgrasmilben zu untersuchen. Alles, was Du dafür benötigst, ist ein weißes Blatt Papier oder einen weißen Teller und einen sonnig-warmen Tag. Lege einfach das Blatt Papier oder den Teller ins Gras, und falls es in Deinem Garten Grasmilben geben sollte, werden sich die winzig kleinen rötlich bis orange gefärbten Spinnentiere auf Grund der Sonnenwärme nach kurzer Zeit auf dem Blatt oder Teller tummeln, so dass man auf ihm kleine, orangefarbene Pünktchen erkennt. Glücklicherweise kannst Du etwas unternehmen, um den Befall im eigenen Garten so gering wie möglich zu halten.

Ein kurz gemähter Rasen als Prophylaxe gegen Herbstgrasmilben

Die Larven der Grasmilbe lieben dichte und hohe Gräser, in denen sie sich aufhalten, um sich im richtigen Augenblick auf einen Wirt wie beispielsweise Deinen Hund, fallen zu lassen. Wenn Du den Rasen regelmäßig und sehr kurz mähst, verschlechterst Du so auf ideale Weise die Bedingungen für Grasmilben.

Geschnittenes Gras richtig entsorgen

In dem gemähten Gras tummeln sich die kleinen Plagegeister natürlich weiter. Deshalb solltest Du den Grasschnitt möglichst nicht auf dem hauseigenen Komposthaufen entsorgen, sondern ihn zum nächstgelegenen Wertstoffhof bringen.

Vertikutieren ist Pflicht

Die kleinen Ungeziefer mögen nicht nur sehr gerne Grashalme, sondern auch üppige und weiche Moospolster, die sich im Laufe der Zeit gerne im Rasen bilden. Deshalb ist regelmäßiges Vertikutieren des Rasens im Frühjahr und gegebenenfalls auch im Herbst beinahe schon Pflicht.

Düngen nicht vergessen

Wenn der Rasen mit einem kalk- und stickstoff-haltigen Dünger versehen wird, kann dies dabei helfen, die Rasenbedingungen dahingehend zu verändern, dass sich die Parasiten auf diesem nicht mehr richtig wohl fühlen. Hierzu sollte den Rasen trocknen lassen, so kurz wie möglich mähen und einen Kalk-Stickstoff-Dünger darauf verteilen. Die beste Zeit für eine solche Düngung ist das Frühjahr, vorzugsweise der Wonnemonat Mai.

Zu guter Letzt heißt es: Rasen bewässern

Bei Feuchtigkeit ziehen sich die Larven der Grasmilben in den Boden zurück. Aus diesem Grunde solltest Du während der heißen Sommermonate darauf achten, den Rasen regelmäßig zu sprengen oder anderweitig zu bewässern.

Vorbeugung gegen Grasmilben

Einen garantierten Schutz für Deinen geliebten Vierbeiner kann es im Grunde nicht geben, und wie auch der Mensch reagiert jedes Tier etwas anders auf Hautverletzungen, Juckreizauslöser oder Stoffe, die Allergien auslösen können. Deswegen solltest Du genau beobachten, wie Dein eigener Hund mit solchen Dingen umgeht, und ob er sich wohl fühlt.

Herbstgrasmilben lieben blühende Wiesen, Sträucher, Büsche und Wälder. Einen relativ sicheren Schutz vor Milbenlarvenbefall hat Dein Hund, wenn Du mit ihm solche Gebiete meidest und während der betroffenen Monate vorwiegend in asphaltierten Bereichen mit ihm Gassi gehst. Gerade im Sommer ist dies nicht so schön, aber es hilft effizient.

Wenn Du auch in den Sommermonaten gerne ab und zu mit Deinem Hund „ins Grüne“ willst, wähle dafür am besten die frühen Morgenstunden, denn dann sind die Herbstgrasmilben noch nicht so aktiv. Nachdem die Sonne im Verlauf des Vormittags alles erwärmt hat, sind Spaziergänge im Bereich von Straßen und asphaltierten Plätzen sinnvoller. Ausgeschlossen werden kann ein Befall mit der „Erntekrätze“ aber auch dann nicht vollständig.

Wenn Du trotzdem auch tagsüber mit Deinem Hund im Wald und auf Wiesen spazieren gehen möchtest, solltest Du zumindest ein Halsband mit abwehrender Wirkung verwenden und die unmittelbare Nähe von Seen und Flüssen meiden, weil sich die Grasmilben in diesen Bereichen besonders gerne aufhalten.Eine etwas unkonventionelle, manchmal jedoch stellenweise nützliche Zusatzmaßnahme besteht darin, Deinem Hund während des Spaziergangs ein altes T-Shirt überzuziehen – was jedoch natürlich nur einen Teilbereich des Körpers vor einem Grasmilbenlarven-Befall verschont. Die Pfoten Deines Hundes kannst Du mit Melkfett einreiben, bevor Du mit ihm über Wiesen läufst.

Die tägliche Kontrolle Deines Vierbeiners ist Pflicht, wenn Du weißt, dass Dein Hund empfindlich reagiert. So lassen sich die Plagegeister relativ schnell beseitigen und der Befall wird eingedämmt.Eine weitere wichtige vorbeugende Maßnahme ist eine gute Hygiene in Eurem Haus beziehungsweise Eurer oder Deiner Wohnung. Aus diesem Grunde solltest Du häufiger Staubwischen und Staubsaugen. Wie schon erwähnt sollten auch regelmäßig alle Decken und andere Textilien, mit denen Dein vierbeiniger Freund  in Kontakt gekommen ist, gewaschen werden.

Unser Fazit zur Grasmilbe

Wie eigentlich überall ist es auch beim Thema Herbstgrasmilben wesentlich besser, rechtzeitig vorzubeugen, als einen späteren Befall und dessen Auswirkungen behandeln zu müssen.

Achte zwischen den Monaten Mai und Oktober auf rötliche Einfärbungen auf der Haut Deines Vierbeiners, denn hierbei könnte es sich um Larven von Herbstgrasmilben handeln.Falls Dein Hund mit heftigem Juckreiz auf Milbenlarven reagiert, meide besser Wiesen und Wälder – insbesondere in Wassernähe – und gehe stattdessen lieber im Straßenbereich spazieren.

Minimiere in Deinem Garten durch eine regelmäßige Rasen- und Gartenpflege den Milbenbefall.Wenn Dein Hund mit Problemen durch den Befall durch Milbenlarven hat oder entsprechende Symptome aufweist, und Du Dir nicht sicher bist, ob es sich um Milbenbefall oder etwas anderes handelt, solltest Du mit Deinem Vierbeiner immer zum Tierarzt gehen!