Hundefutter – selbst kochen, BARF, trocken, nass?

Wer sein Fahrrad liebt, der schiebt. Wer seinen Hund mag, der…? Welche Art des Futters ist die beste für mich und meinen Hund? Hier stellen wir Ihnen vier unterschiedliche Arten, den Hund zu füttern vor. Jeweils mit Vor- und Nachteilen.

Die Qual der Wahl

Hundefutter

Die 4 hier vorgestellten Arten der Fütterung sind:

natürlich gibt es noch andere Fütterungsformen und auch Mischformen, doch diese vier bieten schon einen guten Überblick zum Thema Hundefutter.

Hundefutter selbst kochen

Hier ist der Name Programm. Der Hundehalter selbst bereitet jede Mahlzeit seines Hundes frisch zu. Dazu gehört natürlich auch der Einkauf von frischen Lebensmitteln und die Planung einer ausgewogenen Ernährung. Vorteile dieser Ernährung sind, dass die Lebensmittel frisch sind und der Halter selbst die Qualität der Inhalte kontrollieren kann. Die Diät kann auf die besonderen Bedürfnisse des Hundes abgestimmt sein.

Problematisch bei dieser Art der Ernährung ist, dass die Nährstoffzufuhr sehr genau geplant und durchdacht werden muss. Es muss hier gewährleistet sein, dass der Hund alle nötigen Nährstoffe und Spurenelemente in ausreichenden Mengen erhält. Zudem ist die Zubereitung der Nahrung oft zeitintensiv und teuer, da immer nur eine bis zwei Portionen zubereitet werden können.

BARF

Hundefutter-BARF

Viele Hunde genießen das Fressen von rohem Fleisch und Knochen beim BARFen. Regelmäßiger Verzehr von rohen Knochen schützt auch vor Zahnstein.

BARF stand zuerst für „Bones And Raw Food“ (engl. für Knochen und rohes Futter) und steht nun für „Biologically Appropriate Raw Foods“ („biologisch entsprechendes rohes Futter“ oder 2Biologisch Artgerechte Rofliech-Fütterung“). Diese Art der Ernährung ist an die natürliche Ernährung von (Wild-) Hunden und Wölfen angelehnt.

Beim BARFen werden dem Hund rohes Fleisch, Innereien und Knochen gefüttert. Zudem wird die Nahrung mit Obst und Gemüse angereichert. Wie auch beim selber kochen können hier alle Zutaten vom halter selbst ausgesucht und überwacht werden. Durch die Fütterung von rohem Fleisch bleiben dem Hund mehr Nährstoffe erhalten, die zum Beispiel durch das Abkochen oder anderes Verarbeiten abgebaut werden.

Nachteile des BARFens sind, dass es – wie das selber kochen auch – sehr zeitaufwändig ist. Für jede mahlzeit muss ein stück Fleisch aufgetaut und portioniert werden. Obst und Gemüse müssen püriert oder geschnippelt werden. Auch hier muss extrem gut geplant werden und ein gewisses Grundwissen bestehen, um die Versorgung des Hundes mit allen nötigen Nährstoffen gewährleisten zu können.

Ein Nachteil des BARFens gegenüber dem selber Kochen ist, dass das Fleisch nicht gekocht wird und dadurch die auf dem Fleisch vorhandenen Keime überleben und in den Hund kommen. Dies führt meistens zwar nicht zu einer Infektion, kann aber das Immunsystem generell schwächen. Tiere, die über einen langen Zeitraum geBARFt werden, entwickeln häufig ein höheres Risiko, sich mit Infektionskrankheiten anzustecken oder von Parasiten befallen zu werden.

Nassfutter

Nassfutter ist das bekannte „Dosenfutter“. Es wird in großen Mengen hergestellt und servierfertig abgefüllt. Eine Portion Alleinfuttermittel enthält alles, was ein normaler Hund braucht. Die Zusammensetzung ist so gewählt, dass alle Nährstoffe ausreichend zugeführt werden. Da Nassfutter in großen Einheiten in einer Fabrik hergestellt wird, wird die Qualität regelmäßig überprüft. Fehler in der Zusammensetzung werden so vermieden.

Beim Nassfutter gibt es eine große Bandweite an Anbietern. Ein Unterschied bei Nassfutter ist die Darreichungsform. Zum Beispiel gibt es Nassfutter oft als Fleischbrocken in Sauce. Auch Fleisch in kleinen Stückchen oder Fleisch in Gelee werden angeboten.

Ein Vorteil bei der Verwendung von Nassfutter ist die Herstellung. Das Futter wird während der Herstellung zwischenzeitlich so stark erhitzt, dass alle keie absterben. Somit besteht keine Infektionsgefahr für den Hund. Aber Achtung: Auch Nassfutter ist, sobald es geöffnet wird, ein super Nährboden für Bakterien. Es sollte also zügig aufgebraucht und im Kühlschrank gelagert werden.

Die Qualität von Nassfutter kann je nach Hersteller sehr stark schwanken. Verwendet der Hersteller nur Abfälle, viel Zucker und Füllstoffe wie Mais, so sollte man dies dem hund nicht zumuten. Bei der Verwendung von hochwertigen Produkten und einer extra schonenden Zubereitung ist die Qualität des Futters jedoch vergleichbar mit selbst zubereiteter Nahrung.

Trockenfutter

Trockenfutter ist – wie der Name schon sagt – Futter für den Hund in trockener Form. Es ist sehr einfach zu dosieren und praktisch in der Nutzung. Trockenfutter wird in der Regel nicht aus den gleichen Zutaten hergestellt, wie Nassfutter. Denn bei diesen Zutaten müsste sehr viel Wasser entzogen werden, damit eine trockene Masse entsteht. Stattdessen werden bereits trockene Bestandteile verwendet. So zum Beispiel Tiermehle, Getreidemehle und Knochenmehle. Diese werden unter hohem Druck und hoher Temperatur in portionierbare Pellets gepresst. Durch diese starke und langwierige Verarbeitung werden leider viele der Nährstoffe beschädigt und müssen später wieder hinzugesetzt werden.

Trockenfutter ist durch seine Konsistenz sehr praktisch zum Füttern und leicht zu transportieren. Der Feuchtigkeitsgehalt beträgt etwa 10 %. Bei Nassfutter und selbstgekochtem Futter beträgt er etwa 70 bis 80 %. Dadurch wird dem Hund sehr wenig Feuchtigkeit zugeführt. Nur sehr wenig Hunde sind in der Lage, dies durch Trinken wieder gut zu machen. Daher leiden Hunde, die nur mit Trockenfutter ernährt werden, häufiger an Nierenproblemen.

Vergleich der Methoden

Ein Vergleich der Methoden in tabellarischer Form ist hier zu finden:

 Selber kochenBARFenNassfutterTrockenfutter
Frischesehr frisch, da direkt verarbeitetfrisch, jedoch oft schon einmal eingefroren und wieder aufgetautje nach Hersteller frisch verarbeitet und dann konserviertnicht frisch
Kostenhochhoch abhängig von Qualitätabhängig von Qualität, eher niedrig
Zeitaufwandsehr hochhochgeringgering
Ausgewogenheit der Nährstoffeschwer feststellbar, Wissen zur Ernährung des Hundes ist dringend nötigschwer feststellbar, Wissen zur Ernährung des Hundes ist dringend nötigwird konstant überprüftwird konstant überprüft
Grad der Verarbeitung und dadurch Verlust von Nährstoffenmittelgeringmittelhoch
Keimbelastungneinjaneinnein
Versorgung mit Wasserjajajanein

Zusammenfassung

Generell lässt sich wohl nicht sagen, welches die beste Ernährungsform ist. Dies hängt von Hund und Halter ab. Natürlich gibt es auch Unterschiede zwischen den Herstellern und Zutaten, sodass ein gutes Nassfutter auch besser sein kann, als eine selbst gekochte Mahlzeit aus qualitativ schlechten Zutaten. Für jede Art der Fütterung gibt es Vor- und Nachteile. Dennoch: die Ernährung des eigenen Hundes ist eine wichtige und ernste Angelegenheit und sollte hin und wieder überdacht werden!

 

 

Info zum Autor:

Hallo! Ich bin Linea, 24 Jahre jung und begeisterte Hundehalterin. Mir ist besonders das Wohlergehen meiner Hunde und meiner Umwelt wichtig. Deshalb habe ich Biologie und dann Biotechnologie studiert. Während des Studiums habe ich mich zum Beispiel aktiv dafür eingesetzt, das Bienensterben zu stoppen. Fragen zur richtigen Ernährung Deines Hundes, sowie Fragen zu Hundeverhalten und Hundekrankheiten beantworte ich gerne!

Ein Kommentar

  1. Mertens 5. August 2018 um 19:18 Uhr - Antworten

    Da sind einige wichtige Punkte drin. Guter Beitrag.
    Wir hatten eine Zeit lang das Problem, dass unser Hund sehr sensibel auf verschiedenste Futter reagiert hat.
    Letzendlich sind wir bei getreidefreiem Trockenfutter gelandet.

    Wir achten darauf, bei Premium Herstellern zu bleiben und ersetzen eine Mahlzeit am Tag durch Hähnchen + Möhre und Kartoffel. Ist zwar nicht ganz optimal aber so kommen wir aktuell ganz gut klar!

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