Im Winter schlafen sie, dafür sind sie bei warmen Temperaturen, also im Frühling und Sommer, umso aktiver: Zecken. Zecken sind nicht nur lästig, sondern können auch für Mensch und Hund Krankheiten übertragen. Besonders Hundebesitzer sind von ihnen betroffen.
Wir beschreiben in diesem Artikel, was Zecken sind und warum sie gefährlich sein können. Außerdem beschäftigen wir uns mit verschiedenen Arten der Vorsorge vor Zecken und Zeckenbiss, sowie mit der Frage, was zu tun ist, falls eine Zecke doch zugebissen hat.

Was sind Zecken?

Zeckenbiss

Zecken sind Spinnentiere, gehören also im Tierreich in die selbe Gruppe wie auch Spinnen und Milben. Die Zecken gehören dabei zu den Milben, genauer gesagt zu den Parasiten unter den Milben. Zecken ernähren sich vom Blut einer Wirtes und haben sich im Laufe der Evolution hervorragend an den jeweiligen Wirt angepasst.

Dementsprechend gibt es Zecken in allen Farben und Formen. Deutschlandweit gibt es etwa 20 verschiedene Arten von Zecken. Die Zecke, die bevorzugt den Hund heimsucht, ist die Zecke „Gemeiner Holzbock“. Doch auch einige andere Zeckenarten können den Hund befallen.

Warum sind Zecken gefährlich?

Der Biss einer Zecke an sich ist eigentlich kaum schädlich. Zecken setzen sich auf den hund und beißen ein kleines Loch in die Haut des Hundes. Durch dieses Loch saugen sie eine kleine Menge Blut und lassen sich dann, wenn sie vollgesogen sind, wieder fallen.

Die Gefahr in einem Zeckenbiss liegt daher nicht an der Menge an Blut, die der Hund verliert. Diese ist wirklich gering und sollte keinem gesunden Hund etwas ausmachen. Die Gefahr liegt vielmehr in dem relativ langem zeitraum, den die Zecke am Hund hängt. Denn der Saugvorgang kann mehrere Stunden dauern. Und in dieser Zeit können Krankheitserreger wie Bakterien und Viren aus dem Körper der Zecke in den Blutstrom des Hundes gelangen.

Zecken können viele unterschiedliche Krankheiten an Hunde übertragen. Die zecke selbst dient dabei für den Krankheitserreger oft nur als Überträger. Sie wird also selbst nicht vom Erreger geschädigt. Ist der Erreger jedoch an seinem Ziel, also im Hund, so kann er sich vermehren und Schaden anrichten.

Durch Zecken übertragene Krankheiten

Zecken können der Überträger vieler Krankheiten sein. Darunter befinden sich zum Beispiel:

  • Anaplasmose
  • Babesiose
  • Borreliose
  • Ehrlichiose
  • FSME
  • Hepatozoonose
  • Zeckenparalyse

Einige dieser Krankheiten kommen glücklicherweise in Deutschland sehr selten vor und werden eher im Mittelmeerraum übertragen. Diese nennt man Mittelmeerkrankheiten. Krankheiten, die auch in Deutschland durch einen Zeckenbiss verursacht werden können sind zum Beispiel die Borreliose und die FSME.

Borreliose

Die Borreliose ist die Erkrankung, die bei Menschen nach einem Zeckenbiss am häufigsten auftritt. Doch auch bei Hunden kann sie vorkommen. Die Borreliose bezeichnet den Befall mehrerer Organe im Körper des Hundes durch Borreliose-Bakterien. In Deutschland sind etwa 15 % aller Zecken der Art „Holzbock“ mit diesen Bakterien infiziert und können sie also auf den Hund übertragen.

Bei Hunden verläuft die Infektion mit Borreliose meist zuerst ohne Symptome. Falls Symptome auftreten, so sind es uneindeutige Symptome wie Fieber und Appetitlosigkeit. Allerdings kann es bei einer länger unbehandelten Borreliose zu einer mit Lahmheit einhergehenden Arthritis kommen. Diese tritt häufig schubweise auf und kann chronisch werden.

FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)

Die FSME wird im Gegensatz zur Borreliose durch einen Virus ausgelöst, statt durch ein Bakterien. Die Viren kommen besonders in Zecken im Süden Deutschlands vor.

Der Befall mit dem Virus hat bei Hunden meistens Fieber zur Folge. Darauf folgen verschiedene neurologische Ausfallerscheinungen. Dazu gehören epileptische Anfälle, Bewusstseintrübungen, Schmerzen und Bewegungsstörungen.

Prävention von Zeckenbissen

Der Biss einer Zecke birgt also sowohl für Menschen, als auch für Hunde einige Gefahren. Glücklicherweise gibt es verschiedene Arten und Weisen, den Befall mit Zecken und den anschließenden Zeckenbiss zu vermeiden.

Natürliche Prävention

Um Zecken und dem damit einhergehenden Krankheitsrisko auf natürliche Art und Weise vorzubeugen, können verschiedene Mittel gewählt werden. Da natürliche Mittel meist keine negativen Effekte auf den Hundekörper haben, kann man diese MIttel sogar miteinander kombinieren.

Umhängen einer Bernsteinkette

Viele Hundebesitzer schwören auf die Bernsteinkette am Hund, um Zeckenbisse zu verhindern. Die Bernsteinkette sollte dabei möglichst eng an der Haut des Hundes anliegen. Ob es wirkt, sei dahingestellt. Fakt ist jedoch, dass eine Bernsteinkette am Hund ein sehr hübsches Accessoire ist.

Einreiben mit Kokosöl

Wer nichts gegen den Geruch hat, der kann auch versuchen, seinen Hund mit Kokosöl einzureiben. Kokosöl enthält Laurinsäre. Diese Säure kann bewiesenermaßen Zecken davon abhalten, sich auf mit ihr bestrichener Haut niederzulassen und zuzubeißen. Die Wirkung des Kokosöles hält dabei bis zu 6 Stunden an. Das Öl sollte also vor jedem Spaziergang aufgetragen werden.

Absuchen des Hundes

Eine einfache, aber effektive methode ist auch das Absammeln aller Zecken am hund nach einem Spaziergang. Meist krabbeln die Zecken nach dem Spaziergang noch über den Körper des Hundes, um sich die beste Stelle zum Zubeißen auszusuchen. Wer die Zecken hier einsammelt, der bewahrt seinen Hund vor Zeckenbissen. Diese Methode klappt gut bei Hunden mit kurzem, hellen Haar. Bei Hunden mit dunklem, langem Fell kann man die Zecken hingegen kaum erkennen.

Medikamentöse Vorbeugung gegen Zecken

Das Angebot an chemischen Zeckenmitteln in Deutschland ist risig. Von Tabletten über Tropfen bis hin zu Halsbändern gibt es viele Angebote, die versprechen, den Hund zeckenfrei zu lassen. Meist werden nicht nur Zecken, sondern auch andere Parasiten, wie Flöhe, durch die Mittel bekämpft.

Arten von Wirkstoffen

Es gibt verschiedene Arten von chemischen Wirkstoffen, die in der Bekämpfung von Zecken verwendet werden. Jeder dieser Wirkstoffe hat seine eigenen Vor- und Nachteile. Sehr starke Wirkstoffe, die einen nahezu 100 %-igen Schutz bieten, haben zuweilen starke Nebenwirkungen auf den Körper des Hundes.

So kann es zum Beispiel zu neurologischen Ausfallerscheinungen kommen, wie kurzzeitigen Lähmungen. Wer mit solchen Wirkstoffen arbeitet, der sollte sich dringen genauestens an die Dosierungsanleitung halten und den Hund nach der Gabe des Mittels gut im Auge behalten.

Es gibt jedoch auch Wirkstoffe, die nicht so starke Nebenwirkungen mit sich bringen. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich dringend mit den verschiedenen Wirkstoffen auseinandersetzen. Auch die Zuhilfenahme eines Tierarztes kann hilfreich sein.

Entfernung von Zecken und Nachsorge

Was tun, wenn sich doch eine Zecke am Hund festgebissen hat? Möglichkeiten gibt es mehrere. Hier sind drei mögliche Vorgehensweisen und ihre Vor- und Nachteile.

Entfernung mit einer Zange

Zeckenbiss

Die Entfernung der Zecke mit einer speziellen zeckenzange ist wohl die sicherste Methode, die ganze Zecke aus der Haut des Hundes zu ziehen. Die Zange hat an ihrem Ende zwei Zinken, welche zum Ende hin immer mehr Abstand zueinander haben. Der Kürper der zecke wird zwischen diese beiden Zinken bewegt. mit einer leichten Drehung kann nun der Körper der Zecke mitsamt Kopf vom Hund entfernt werden.

Vorteile: Die Zecke wird mit Kopf entfernt, einfach zu handhaben

Nachteile: Die Zange muss vorher angeschafft werden

Entfernung mit einer Pinzette

Auch mit einer Pinzette kann man Zecken entfernen. Hier ist allerdings Fingerspitzengefühl gefragt. Dadurch, dass die Pinzette zum Greifen der Zecke zusammengedrückt werden muss, kann es passieren, dass der Körper der Zecke zerquetscht wird. Oder aber der Körper reißt vom Kopf der Zecke ab, sodass der Kopf in der Haut des Hundes steckenbleibt. Hier herrscht Infektionsrisiko. Der Kopf sollte, so gut es geht, mit einer Nadel rausoperiert werden und die Stelle desinfiziert werden.

Vorteile: Eine Pinzette befindet sich in jedem Haushalt

Nachteile: Bleibt der Kopf der Zecke stecken, herrscht erhöhte Infektionsgefahr

Entfernung mit Öl

Als beliebte Alternative zum Herausziehen der Zecke gehört das Beträufeln mit Öl. Das Öl bedeckt die Zecke und unterbricht ihre Versorgung mit Sauerstoff. Die Zecke stirbt und fällt einfach ab.

Leider hat diese Art der Zeckenentfernung einen großen Haken. Die Zecke sekretiert nämlich in ihrem Todeskampf alle in ihrem Körper befindlichen Krankheitserreger. So ist zwar die Zecke schlussendlich vom Hund entfernt worden. Die Krankheitserreger sind nun aber mit großer Wahrscheinlichkeit im Hund. So hat er ein größeres Risiko, an Borreliose oder FSME zu erkranken.

Vorteile: Eine elegante Methode, die Zecke loszuwerden

Nachteile: Die Gefahr, dass der Hund erkrankt ist um einiges größer, als bei den anderen Methoden

Was tun mit den entfernten Zecken?

Die entfernten, meist noch lebenden Zecken, sollten unbedingt unschädlich gemacht werden. Das heißt, sie sollten getötet werden. Denn Zecken, die laufen gelassen werden, können andere Hunde oder Menschen befallen und Krankheiten weiterübertragen.

Ein Weg, Zecken unshädlich zu machen, ist, sie zwischen zwei Steinen zu zermalmen. So kann man sicher gehen, dass die Zecke nicht mehr lebt und Krankheiten überträgt. Wer das nicht kann, der kann die Zecke auch einfach in der Toilette herunterspülen.

Fazit

Die Gefahr, die von Zecken ausgeht, sollte man auf keinen Fall ignorieren. Zecken können unter anderem schwer erkennbare, jedoch folgenschwere Krankheiten übertragen. Eine gute Vorbeugung ist hier auf jeden Fall die beste Strategie. Wer welche Methode bevorzugt, sei dabei jedem selbst überlassen.

Zum Schluss noch ein Lichtblick: auch wenn Zecken Krankheiten übertragen können, sind sie dennoch ein wichtiger Teil im Ökosystem. So dienen sie zum Beispiel der Ernährung einiger Vögel und tragen ihren Teil dazu bei, den Wald gesund zu erhalten. Wer mehr dazu erfahren möchte, sollte sich einmal diesen Artikel ansehen.

Info zum Autor:

Hallo! Ich bin Linea, 24 Jahre jung und begeisterte Hundehalterin. Mir ist besonders das Wohlergehen meiner Hunde und meiner Umwelt wichtig. Deshalb habe ich Biologie und dann Biotechnologie studiert. Während des Studiums habe ich mich zum Beispiel aktiv dafür eingesetzt, das Bienensterben zu stoppen. Fragen zur richtigen Ernährung Deines Hundes, sowie Fragen zu Hundeverhalten und Hundekrankheiten beantworte ich gerne!

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